8 Fragen an Dr. Kerstin Hoffmann
Kristine Pogge

8 Fragen an … Dr. Kerstin Hoffmann

Dr. Kerstin Hoffmann gehört in Deutschland zu den bekanntesten Beratern, Speakern und Autoren aus dem Bereich PR, Social Media und digitale Strategien. Ihr „PR-Doktor“ (http://www.pr-doktor.de) ist eines der führenden deutschen PR-Blogs. An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf lehrt sie Public Relations und digitale Strategien. Sie twittert als @pr_doktor (https://twitter.com/pr_doktor) und ist hier auf Facebook (https://facebook.com/kerstin.hoffmann) zu finden. Im Mai 2015 erschien im Haufe-Verlag ihr aktuelles Buch „Web oder stirb! Erfolgreiche Unternehmenskommunikation in Zeiten des digitalen Wandels“.

Als eine der renommierten Vortragsrednerinnen, die PODIUM vertritt, eröffnet Kerstin Hoffmann unsere Reihe „Acht Fragen an …“. Interessieren Sie sich für einen Vortrag von und mit der Kommunikationsspezialistin? Dann finden Sie hier weitere Informationen.

1. Welche Botschaften möchten Sie Ihren Zuhörern mit auf den Weg geben?
Mit meiner aktuellen Keynote „Web oder stirb!“ zeige ich, wie Unternehmenskommunikation in digitalen Zeiten funktioniert, warum es dringenden Handlungsbedarf gibt und wie Entscheider ebenso wie Mitarbeiter dies ganz konkret in ihr Unternehmen tragen. Als gelungen betrachte ich einen eigenen Vortrag, wenn jeder Zuhörer mindestens einmal herzlich gelacht, einmal richtig gestaunt, einen Aha-Effekt gehabt hat und mindestens eine wirklich wertvolle Information inklusive Handlungsimpuls wieder mit in den Alltag nimmt.

2. Wie sind Sie Vortragsrednerin geworden?
An ein konkretes Start-Datum kann ich mich gar nicht erinnern. Ich habe schon immer Vorträge und Workshops gehalten, bereits während meines Studiums. In nahezu jedem Beratungsauftrag gibt es mindestens eine Situation, in der ich vor einer Gruppe, einem Team, einem Führungskreis stehe und diese für ein Thema, eine Veränderung begeistern, sie mitnehmen und ihnen zugleich die nötigen Informationen liefern muss. Das hat sich wohl herumgesprochen. Die Anlässe wurden größer. Ich wurde mehr und mehr auch für einzelne Vorträge, unabhängig von Beratungsmandaten, gebucht. Seit meinem Buch „Prinzip kostenlos“ hat sich die Nachfrage nochmals erheblich gesteigert und weiterentwickelt. Dazu trägt sicherlich auch die Tatsache bei, dass ich in der digitalen Welt gut vernetzt und sehr sichtbar in Social Media bin, etwa auf Facebook und YouTube. Die Zusammenarbeit mit PODIUM – und das sage ich nicht, weil Sie hier die Fragen stellen 😉 – hat zudem sehr geholfen.

3. Was treibt Sie persönlich an?
„Antreiben“ ist gar nicht das erste Wort, das mir selbst einfallen würde. Ich fühle mich eher getragen, begeistert, motiviert von dem, was ich in diesen sehr spannenden und für Unternehmen auch sehr erfolgskritischen Zeiten erlebe. Ich bewege mich in einem ausgesprochen unterstützenden Netzwerk mit sehr vielen persönlichen und herzlichen Beziehungen. Ich freue mich, dass sich Menschen für das interessieren, was ich zu sagen und zu schreiben habe. Davon ganz abgesehen reise ich gerne und bin neugierig auf neue Begegnungen.

4. Was raten Sie Unternehmen, die sich fit für die Zukunft machen wollen?
Ehrlich gesagt haben wir in Deutschland eher schon das Problem, dass viele Firmen nicht einmal fit genug sind für die Gegenwart in diesen Zeiten der großen Veränderungen. Wer sich als Unternehmen nicht spätestens jetzt gründlich und konsequent mit dem digitalen Wandel auseinandersetzt, verliert den Anschluss. Das Gute ist: Es gibt so viele Möglichkeiten, sich zu informieren, wie nie zuvor. Allerdings besteht die Kunst darin, sich in dieser Informationsflut zurechtzufinden. Daher rate ich dazu, sich Lotsen zu suchen, die dabei helfen, Relevantes herauszufiltern und gangbare Wege zu finden, die zu den vorhandenen Ressourcen passen.

5. Welches war ihr schönstes Vortragserlebnis?
Das war gar keine große Bühne, sondern eine Vorlesung an der Universität. Danach ist eine Studentin zu mir gekommen und hat mir gesagt: „Endlich mal eine Frau aus der Generation meiner Eltern, die sich so selbstbewusst präsentiert, dass ich sie mir zum Vorbild nehmen kann.“

6. Welches war die größte Panne, die Ihnen bei einem Vortrag/Seminar passiert ist?
Das war das einzige Mal, dass ich mitten in einem eigenen Vortrag das Podium verlassen musste. Der Tontechniker hatte mir das Übertragungsteil des Mikrofons hinten innen ans Kleid geklemmt, weil ich keinen Gürtel trug. Mitten im Vortrag hat sich das Teil gelöst, ist mir innen durchs Kleid gefallen und baumelte an seinem Kabel unterhalb des Rocksaums ungefähr in Wadenhöhe zwischen meinen Beinen. Ich habe natürlich zunächst versucht, das unauffällig zu richten – vergebens. Bleiben konnte es so aber auch nicht. Das war einen Moment lang wirklich, wirklich peinlich.

Ich habe dann zu den Zuschauern gesagt: „Meine Damen und Herren, da ich mich ungern hier vor Ihnen auf der Bühne entkleiden möchte, muss ich Sie kurz allein lassen. Bitte diskutieren Sie solange mit Ihrem Nachbarn über das, was ich bisher erzählt habe.“ Mit Hilfe der Veranstalterin habe ich hinter der Bühne alles wieder in Ordnung gebracht – und danach meinen Vortrag fast nahtlos fortgesetzt. Tosender Applaus. Am Feedback und den persönlichen Gesprächen hinterher gemessen war das tatsächlich einer der erfolgreichsten Vorträge bisher.

7. Wen würden Sie gerne einmal persönlich treffen?
Für unerfüllte Wunschträume bin ich nicht so der Typ. Wenn ich gerne jemanden treffen möchte, dann arbeite ich auch zügig darauf hin. Ich habe eine kleine „Bucket List“ von Menschen, die ich bisher nur virtuell kenne, aber unbedingt in Person treffen möchte. Die arbeite ich nach und nach ab – und es kommen natürlich auch immer wieder neue hinzu. Oft klappt es am Rande von Vortragsreisen. Und meist bleibt es dann natürlich nicht bei dem einen Treffen.

8. Was wünschen Sie sich persönlich für die Zukunft?
Ich empfinde es als große Freiheit und Glück, dass ich zumindest vorerst keine wirklich unerfüllten Wünsche mehr habe, weder beruflich noch privat. Das gibt mir viel Raum, entspannt das weiterzuentwickeln, was ich angestoßen habe; meine Themen weiter zu erforschen; im Netzwerk noch mehr zu lernen. Privat möchte ich gemeinsam mit meinem Mann bald einmal nach Fernost reisen; ich hätte aber auch nichts dagegen, wenn das im Rahmen eines beruflichen Auftrags geschieht. Und ich hoffe, dass ich es schaffe, mein nächstes Buch noch in diesem Jahr