8 Fragen an Dr. Iris Zink
Kristine Pogge

8 Fragen an … Dr. Iris Zink

Dr. Iris Zink ist Wissenschaftsjournalistin aus Leidenschaft. Ihr Anliegen ist es, Wissenschaft auf unterhaltsame Weise einem breiten Publikum näher zu bringen. Ob es um wissenschaftliche Fragestellungen, komplexe Zusammenhänge oder auch fachfremde Themen geht, Iris Zink arbeitet sich mit Begeisterung in die Thematik ein und entwickelt daraus anschauliche und unterhaltende Inhalte. Neben ihrer Tätigkeit beim Fernsehen ist Iris Zink eine gefragte Moderatorin und Vortragsrednerin für hochwertige Veranstaltungen.

In unserer Reihe „8 Fragen an …“ erfahren Sie noch mehr Inhaltliches und Persönliches von der Wissenschaftsjournalistin.

1. Welche Botschaften möchten Sie Ihren Zuhörern mit auf den Weg geben?

Betrachtet man die Zukunft nicht als Blick in die Kristallkugel, sondern als physikalisches Gedankenexperiment, ergeben sich spannende Fragen. Was passiert mit der Energie, können wir uns in Zukunft beamen, andere Planeten besiedeln, mit Lichtgeschwindigkeit reisen. Je mehr wir uns mit der Zukunft beschäftigen, desto besser können wir uns darauf vorbereiten und uns auch auf die Zukunft freuen. Nicht nach dem Motto „da kann ich ja eh nichts dran ändern“ oder „es kommt wie es kommt“, sondern besser: jeder Einzelne kann die Zukunft positiv gestalten.

2. Wie sind Sie Vortragsrednerin geworden?

Schon in meinem Studium der Physik habe ich mich damit beschäftigt, was die Zukunft bringen wird. Können wir uns beamen oder mit Lichtgeschwindigkeit reisen und so weiter. Als Autorin von naturwissenschaftlichen Sendungen ging die Suche nach Inhalten auch zu diesem Thema immer weiter. Dazu befragte ich Experten, las Bücher und Fachartikel, versuchte, die Inhalte von verschiedenen Seiten zu betrachten. Am Ende einer Recherche für eine große Dokumentation hat man dann einen Berg an Infos angesammelt und nur ein Teil kann in einer Sendung verarbeitet werden. So sammeln sich im Kopf Themenblöcke und irgendwann hatte ich dann das Gefühl, dass dieses gesammelte Wissen unter die Leute gebracht werden muss.

3. Was treibt Sie persönlich an?

Seit über 20 Jahren bin ich Journalistin, Fernsehautorin und Filmemacherin. Zwar schauen beispielsweise 5 Millionen Menschen meine Filme, aber die Rückmeldungen dazu bekomme ich nur von meiner Familie und von den Kollegen, beides ist nicht neutral. Bei Moderationen und Vorträgen ist das anders, da kommt die Rückmeldung direkt und sozusagen live. Ich spüre gleich, was funktioniert, was die Menschen interessiert, wo ich sie mitnehmen kann und wo ich sie verliere. Das ist sehr spannend.

4. Was raten Sie Unternehmen, die sich fit für die Zukunft machen wollen?

Oft habe ich den Eindruck dass sich Unternehmen, aber auch jeder Einzelne ein Ziel so hoch steckt, dass es unerreichbar erscheint und deshalb nichts voran geht. Kleine Veränderungen, kleine Innovationen und davon viele – das bringt uns voran.

5. Welches war Ihr schönstes Vortragserlebnis?

Eine Vortragstournee mit dem kanadischen Astronauten Chris Hadfield. Er hat 1969 als 9-jähriger Junge zum Mond geschaut, als dort die ersten Menschen gelandet sind und hat sich vorgenommen, Astronaut zu werden. Er hat es geschafft, seinen Traum zu verwirklichen. Es gibt ja in unserer Zeit nicht mehr viele wahre Helden, aber ein Astronaut wie Hadfield ist es für mich. Er hat 6 Monate im All gelebt, dabei einen Song von David Bowie in der ISS aufgenommen und mit dem Video „Space Oddity“ Millionen begeistert. Sein Bericht über den Blick vom All auf unseren blauen Diamanten, unsere fragile Erde, hat mich auch zu meinem Vortrag inspiriert.

6. Welches war die größte Panne, die Ihnen bei einem Vortrag/Seminar passiert ist?

So etwas richtig Erzählenswertes ist mir noch gar nicht passiert. Wenn es passiert, schreibe ich es auf Ihre facebook-Seite, versprochen.

7. Wen würden Sie gerne einmal persönlich treffen?

Es sind nicht die besonderen Persönlichkeiten aus der Politik oder der Gesellschaft, die VIP’s, die mich interessieren, sondern eher die Menschen, die besondere Geschichten zu erzählen haben oder unter besonderen Umständen leben. Beeindruckt haben mich beispielsweise die Hadzabe in Tansania oder Buschleute in der Kalahari. Menschen, die sozusagen durch ihre Lebensweise mit einem Bein noch in der Steinzeit stehen und mit dem anderen in der Moderne. Von diesen Begegnungen hätte ich gerne mehr.

8. Was wünschen Sie sich persönlich für die Zukunft?

Für die ferne Zukunft wünsche ich mir, dass wir es schaffen, unseren Planeten auch für unsere zukünftigen Enkel und Urenkel noch lebenswert zu hinterlassen. Die Auswirkungen des Klimawandels müssen wir in den Griff bekommen. Unser blauer Planet soll auch in 200 Jahren noch funkeln wie ein Diamant.